.. dann freuen sich recht oft die Chrirugen; die Appendektomie (Entfernung des Blinddarms) gehört nicht umsonst zu den routiniertesten und häufigsten Operationen weltweit.
Was ist das aber eigentlich, der "Blinddarm"? Vor allem ein falscher Begriff, denn das, was entfernt wird, ist nicht der Blinddarm (Caecum), sondern der daran hängende Wurmfortsatz (Appendix
vermiformis), ein kleiner muskulärer Schlauch von variabler Länge (das können schonmal 12 cm sein), der am Anfang unseres Dickdarms hängt.
Oft wird er als absolut nutzloses Organ beschrieben, was im Prinzip zwar nicht komplett an den Haaren herbeigezogen, aber trotzdem nicht ganz zutreffend ist; dass die Natur keine nutzlosen Organe
entstehen lässt, leuchtet ein, und so hat auch der Blinddarm zumindest eine nicht unwichtige Funktion in unserem Abwehrsystem.
Trotzdem lässt es sich prima ohne ihn leben.
Wie kommt es nun aber zu einer Entzündung? Dafür gibt es zahlreiche Möglichkeiten, oft ist allerdings ein Korn oder Kern, dass das Lumen (also die Öffnung) blockiert, die Ursache; da sich Bakterien
dann vom Restdarm abgeschlossen vermehren können, entsteht eine hübsche entzündliche Reaktion, die sich auch recht gut und charakteristisch diagnostizieren lässt, nämlich so:
Die übliche Symptomatik der Blinddarmentzündung schließt normalerweise starke Unterbauchschmerzen (die ursprünglich als Schmerzen im Nabelbereich beginnen, sich aber recht schnell verlagern),
Übelkeit (oft auch Erbrechen) und Fieber (mit einem Unterschied der in der Achselhöhle und rektal gemessenen Temperatur von mehr als 0,8°C) mit ein.
Zur Diagnostik bedient man sich zu Beginn dem Abtasten des Bauches: Zuerst wird die Reaktion auf Druck am
McBurney-Punkt (der liegt
rechts unterhalb des Bauchnabels auf
dem ersten Drittel einer Linie zwischen Nabel und der tastbaren Spina Iliaca Anterior Superior, einem der Becken"fortsätze") geprüft - diese sollte (bei normaler Lage des Blinddarms, die allerdings
häufig variiert) schmerzhaft sein; außerdem prüft man den
Lanz-Punkt (liegt etwas darunter, auf einer Linie zwischen den beiden Spinae Iliacae Superiores Anteriores). Weitere Zeichen sind
ein Loslassschmerz beim Druck auf den "
McBurney-Punkt" der anderen Körperhälfte (
Blumberg-Zeichen) und schmerzen beim Ausstreichen des Dickdarms gegen den Uhrzeigersinn
(
Rovsing-Zeichen).
Erhält man hier (das ist allerdings nicht zwingend notwendig, nicht immer sind besagte Punkte schmerzhaft) positive Befunde, wird noch über ein Blutbild (und Zählung der Entzündungszellen) sowie
Ultraschall eine weitere Absicherung der Diagnose vorgenommen.
Wichtig ist das Erkennen einer Appendizitis vor allem zur Vermeidung eines Durchbruchs der Blinddarmwand (dass es unlecker und hässlich wird, wenn Darminhalt sich in die Bauchhöhle ergießt, kann
man sich wohl problemlos vorstellen).
Therapiemittel der Wahl ist, bei positivem Befund, das Entfernen des Blinddarms, entweder
laparoskopisch (das haben wir alle schonmal im Fernsehen gesehen, man bedient sich dabei über
kleine Stangen in den Bauchraum gebracher Instrumente und einer Kamera) oder über den sogenannten
Unterbauchwechselschnitt.
Theoretisch ist auch eine medikamentöse Behandlung (wie bei anderen Entzündungen auch) möglich, allerdings birgt das mehr Risiken als die OP und sollte daher nur angedacht werden, wenn diese nicht
möglich ist.
Das war nun wieder viel Fachwissen auf einmal - merken sollte man sich vielleicht, weil es immer wieder zur Konfusion führt, dass der Blinddarm rechts liegt und man, wenn in dieser Region starke
Schmerzen eintreten, vielleicht doch einmal den Arzt besuchen sollte.