Sonntag, 20. april 2008
So, es ist Sonntag, die erste Woche an der Uni ist mehr oder weniger erfolgreich zu Ende gegangen, und morgen startet der zyklische Arbeitshorror von Neuem. Grund genug, kurz die letzten Tage Revue passieren zu lassen:

Montag: Einschreiben um 13:30, viel zu früh für einen sich gerade an einen angenehmen Nachtrythmus gewöhnt habenden Studenten, der um 6:00 Uhr die Rolläden runter und ab 13:00 dann variabel selbige wieder nach oben fährt.
Am Tor zur Hölle Vorklinik angekommen dann die ersten neuen Gesichter, ein kurzes, zaghaftes "Hallo" und rein da, auf der Suche nach schon bekannten. Die finden sich auch, und schon fällt die Anfangsanspannung ein wenig ab - allerdings nur ein wenig. Und schon ist sie da, die Platzauslosung, ah, 10 Leute gehen leer aus, gut, nicht mein Pech, Glück gehabt, vielleicht überlegt sich die Uni ja auch irgendwann mal, wie man die Kurse so organisiert, dass man nicht jedesmal 10 Durchfaller dabei hat, die einen unbedingten Platzanspruch haben.
Und ich hab ihn wieder, meinen Platz, die 1, hallo, lange nicht gesehen, ich bin wieder da, für ein Semester. Das letzte.
Dann folgt das obligate Herangeschleppe des Werkzeugs, gefühlte 40kg über gefühlte 2km, in der Realität also 3-4 Tüten und ein Werkzeugkoffer 500 Meter zur Vorklinik, nun dann noch geschickt einräumen - was braucht man eigentlich für die erste Woche? Egal, rein damit, die Schubladen sind kleiner geworden, so kommt es mir jedenfalls vor, und schon ist er rum, der erste Tag.

Dienstag: Uah, aufstehen um 06:40, Bauchweh, na bravo, und dabei ist doch Vorlesung gleich heute morgen, naja, bis ich los muss geht das wieder, hoffentlich.
An der Vorklinik dann großes Hallo, viele bekannte Gesichter, vielleicht wird das Semester doch nicht so schlimm, sind ja viele nette Leute dabei.. Dann die Vorlesung, und spätestens jetzt ist klar: Die Bauchschmerzen bleiben. Und die Vorlesung hat 140 Folien. Ohgott, das wird ewig dauern. Glücklicherweise geht alles mal rum, so auch diese Vorlesung, und schon ist Mittagspause. Man eilt kurz nach Hause, trinkt ein wenig, guckt ein wenig Fern, und schon gehts wieder weg, arbeiten, loslegen. Damit das besser wird, diesmal.

Mittwoch: Das wird besser diesmal, es läuft. Zumindest fühlt es sich so an. Natürlich fühle ich mich geistig halbtot,
bin es wohl auch, das Frühaufstehen ist ja sehr toll das allerletzte und wird mich wohl noch ein wenig verfolgen. Aber erstmal muss ja gearbeitet werden. Gipsmodelle, individuelle Löffel, es geht gut los. Und offenbar wird man wohl doch noch irgendwo gebraucht, zumindest wird öfter nach Hilfe und Rat gefragt, und man tut, was man kann, um den Kommilitonen das eigene Schicksal zu ersparen. Das macht die Tage zwar nicht weniger anstrengend, aber man fühlt sich definitiv besser, wenn man am Ende des Tages müde auf dem Sofa liegt und nur verächtlich die Lehrbücher anstarrt.

Donnerstag: Schaffe, schaffe, schaffe. Bisher keine großen Fehler gemacht, ich liege im Zeitplan, lerne nun auch die unbekannten Gesichter kennen, vergesse die Namen natürlich sofort wieder - so kanns gern weitergehen.
Nur der Magen könnte mal ruhig sein..
Daheim dann wie gewohnt erschlagen, kein Lernen, kein Klavierspielen und erst recht kein anstrengender Sport.
Man schicke mir einen Koch. Und eine Haushälterin. Möglichst alles vereinigt in einer hübschen jungen Dame.
Ach, als ob.

Freitag: Ha! Fast mit dem selbst gesteckten Ziel fertig geworden - aber nicht ganz. Und gerade jetzt ist Feierabend, dabei bräuchte ich noch 2 Arbeitsschritte, die nun gut laufen müssten, damit ich ruhig schlafen kann.. aber das ist mir nicht vergönnt.
Also, 12:00, Schluss, weg mit euch Studenten ins Wochenende, weg mit mir ins Kaufland, schön durch den eine Horde Hausfrauen prügeln bis zur Kasse, Vorräte anhäufen fürs Wochenende - und dann Feierabend.

Samstag+Sonntag: Ich kann nicht mehr ausschlafen. Um 8 Uhr liege ich wach im Bett. Adieu, Selbstbestimmung des eigenen Tages, hallo Routine. Außerdem bin ich wohl verblödet, Lernen fällt schwer, das Hirn ist wohl eingerostet. 
Und es ist zu kurz, viel zu kurz. Schon ist wieder Sonntag Abend, und ich wundere mich, wo die Woche
hin ist. Und das Wochenende vor allem. Aber gut, wenigstens kann ich morgen endlich meine Meistermodelle machen, da wird sich dann entscheiden, ob ich nochmal einige vorausgehende Arbeitsschritte neu machen oder aber mit der anschließenden Arbeit fortfahren darf. Ich hoffe letzteres. Das macht mich jetzt noch nervöser als die letzten zwei Nächte.
Hoffentlich kann ich schlafen.
von aeskulap veröffentlicht in: Phantom I
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