Hypochonderecke

Samstag, 26. april 2008
Der Frühling lässt sein blaues Band wieder einmal flattern, die Sonne scheint, die Vögel zwitschern - es wird warm in Deutschland. Und nicht nur das, es wird immer wärmer, wie uns die mittlerweile kaum mehr bestreitbaren Daten der verschiedenen Umweltorganisationen und Klimainstitute deutlich zeigen.
"Schön", denkt man sich, "weniger Kälte ist doch toll" - stimmt schon, nicht frieren hat einen Vorteil, aber man vergisst allzu leicht, dass eine Erwärmung unserer Umgebung nicht nur unserer Art das Leben erträglicher macht - auch andere Tiere mögen die Wärme und dringen immer weiter in vorher für sie nicht besidelbare Gebiete vor.

Eines davon ist die Anophelesmücke - diese eigentlich hauptsächlich in tropischen Regionen beheimatete Art ist zur Zeit dabei, einen neuen Kontinent zu erobern: Europa. Mehr Mückenstiche oder Konkurrenz zu den einheimischen Arten wäre ja nun kein großes Problem, wofür hat der Europäer kleine Helfer wie den Azaronstift oder das Fenistilgel, allerdings zeichnet die Anophelesmücke eine Besonderheit aus: Sie kommt nicht allein. Als Wirt einiger Plasmodienarten (das sind kleine, parasitär lebende Bakterien) dient sie gleichzeitig als Vektor (sprich verbreitende Größe) der Malaria; Anopheles nimmt also nicht nur unser Blut mit, sondern lässt uns im Gegenzug seine Freunde da.
Und die machen unserem Immunsystem dann ordentlich zu schaffen.

Interessant ist, dass uns Deutschen, obwohl auch hier endemische, sprich hier erworbene Malariainfektionen bis in die 50er Jahre durchaus noch vorkamen, die Malaria heute nur noch aus dem Fernsehen bekannt ist (außer wir gehören zu den wenigen Unglücklichen, die sich die Krankheit auf einer Reise in gefährdete Gebiete eingefangen haben); wer weiß denn noch, was mit dem Wort Malaria auf einen zu kommt?
Das ist nicht nur bezeichnend dafür, dass unser Gesundheitssystem und die prophylaktischen Möglichkeiten bei Auslandsreisen (einen Impfstoff gibt es noch immer nicht) recht gut funktionieren, sondern auch für unsere Ignoranz vor den Dingen, die in der Welt passieren.

Denn, auch wenn diese Krankheit hier nicht Teil unserer Lebensrealität ist, so doch in vielen anderen Gebieten: Weltweit erkranken im jahr 500 Millionen Menschen an Malaria, eine Million davon stirbt an dieser Erkrankung - und bei dieser Million handelt es sich vorwiegend um alte Menschen - und Kinder.

Das ist nun wohl der richtige Moment, um kurz genauer auf die Malaria einzugehen.

Man unterscheidet bei Malaria drei verschiedene Subtypen:
Malaria tropica, die schwerste Verlaufsform, Malaria tertiana und die Malaria quartana. Gemeinsam ist allen Infektionen eine primäre Besidelung der roten Blutkörperchen durch die Plasmodien, die dann zu den entsprechenden Symptomen und Komplikationen führt, die sich bei den einzelnen Malariaarten etwas unterscheiden.
Malaria tropica beispielsweise ist gekennzeichnet durch Fieberschübe, Anämie (also Blutarmut, logisch, da die sauerstofftransportierenden Erythrozyten ja geschädigt werden), Hämoglobinurie (also das ausscheiden von Hämoglobin, das für die rote Farbe des Blutes verantwortlich ist, durch den Urin, der sich dadurch schwärzt, was der Krankheit auch den Beinamen Schwarzwasserfieber eingebracht hat), die mit Nierenschäden einhergeht, sowie Zuckerarmut des Blutes (die bis zum Koma führt) und häufig neurologischen Komplikationen.
Malaria tertia und quartana zeichnen sich ebenfalls durch Fieber (bei M.tertiana in einer charakteristischen 
Dreitagesrythmik) und Beteiligung bzw. Schädigung des ein oder anderen Organs aus.

Eine "Hilfe" für das Überleben dieser Krankheit stellt interessanterweise eine andere Erkrankung, die Sichelzellanämie dar, bei der die Erythrozyten eine charakteristische Form (durch Schädigung des Zytoskeletts, also der Struktur, die die Form und Stabilität der Zelle garantiert) aufweisen und den Plasmodien nicht ausreichend als Wirtsumgebung dienen können - daher findet man diese Erbkrankheit auch in den betreffenden Malariagebieten in einer die statistische Erwartung weit übertreffenden Menge.

Die medikamentöse Therapie von Malaria ist heute zwar möglich (und in den meisten Fällen auch erfolgreich) und nach westlichen Gesichtspunkten günstig, in den Ländern, in denen Malaria primär auftritt, sind Medikamente allerdings rar und kaum bezahlbar. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Profitspanne bei Malariamedikamenten, eben weil sie ihren Absatzmarkt primär in armen Regionen haben, nicht sehr groß ist; Produktion und Forschung an Mitteln gegen Haarausfall oder gegen Impotenz sind für die pharmazeutische Industrie mit weit mehr Profit verbunden. Wirtschaftlich ist das Nichtproduzieren von von Malariamedikamenten also mindestens so sinnvoll, wie es ethisch verwerflich ist.

Und vielleicht gerade deshalb hat die WHO vor ein paar Jahren ein Programm gestartet, in dem der Malaria der Kampf angesagt wurde, und dessen Ziel ein hochgestecktes ist: keine Todesfälle durch Malaria im Jahr 2010 nämlich. Nun, im Jahr 2008, lässt sich eine erste Bilanz dieser Unternehmung, die an verschiedenen Fronten kämpft (das fängt bei der Bekämpfung des Vektors an und hört bei der Subventionierung von Medikamenten sowie Aufklärungskampagnen auf) ziehen, mit einem fast vernichtenden Ergebnis: Die Zahl der Neuinfektionen ist gestiegen, die Zahl der jährlichen Todesfälle ebenfalls. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Armut, bedingt durch steigende Preise und Rohstoffknappheit, in den betroffenen Gebieten zugenommen hat - ein weiterer trauriger Beweis für die Enge Verknüpfung von Gesundheit und finanziellem Wohlstand Krankheit und Armut.
Und ein weiterer Beweis dafür, dass wir dem hohen Anspruch an eigene Menschlichkeit, den wir uns als Weltgemeinschaft selbst diktiert haben, noch lange nicht gerecht geworden sind.
von aeskulap
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Mittwoch, 23. april 2008
Wer kennt das nicht: Man sitzt vorm Fernseher und auf einmal erklären einem halbwegs seriös aussehende Zahnmediziner/-innen, dass man unbedingt Sensodyne oder Elmex oder meinetwegen Blendamed zur Zahnpastamarke der eigenen Wahl deklarieren und sich gefälligst mit der Oral-B-irgendwas Zahnbürste die Zähne schrubben soll - aber nur, wenn Doktor Best den Schwingkopf abwendet und wegguckt.

Wir werden heute mit Mythen und Propaganda im Bereich der Zahnmedizin als Ottonormalmenschen dermaßen zugeschüttet, dass ich hier kurz die Gelegenheit ergreifen will, auf ein paar wichtige Fehler hinzuweisen. Wofür studiert man den Mist sonst auch..

Obst ist gesund und schadet den Zähnen nicht. Das ist insofern richtig, dass Obst als Ballaststoff und Vitaminlieferant in der Tat gesund ist; allerdings macht der hohe Gehalt an Säuren einige Früchte (z.b. Äpfel) zu Feinden des Zahnschmelzes - der demineralisiert nämlich durch die Säuren und geht nach und nach verloren.

Nach dem Essen Zähne putzen! Das ist im Prinzip zwar richtig, allerdings muss man das Ganze einschränken: Wenn dazu Cola getrunken oder ähnlich saure Lebensmittel konsumiert wurden, gilt: ein paar Minuten warten, damit wir uns den Zahnschmelz, der durch die Säuren angelöst wird, nicht wegputzen.

Mundduschen reicht völlig aus. Das stimmt nicht - eine Munddusche fühlt sich zwar angenehm an, dienst aber allerhöchstens dem grobe Anlösen größerer Speisereste und nicht der Mundreinigung!

Wenn ich ein Gebiss habe, schmeiß ichs einfach in so eine Spüllösung! Das ist auch grober Unfug, die Lösung ätzt die Speisereste und den Zahnbelag ja nicht weg - putzen muss man seine Prothesen schon selbst.

Elektrische Zahnbürsten sind den einfachen überlegen! Das ist auch Ansichtssache - man kann mit normalen Bürsten genauso effektiv putzen wie mit elektrischen; letztere bieten sich vor allem für in ihrer Bewegung eingeschränkte Personen an.

Ich hab ja keine Zahnschmerzen, also geh ich nur alle paar Jahre zum Zahnarzt - und das ist richtig so.
Theoretisch mag das Sinn machen, praktisch ist dieser Gedankengang allerdings nicht schlau: bei den Routinekontrollen geht es ja primär um Früherkennung von Defekten und nicht um eine Sofortbehandlung von akuten Schmerzen. Prävention und Prophylaxe sind, in diesem Fall, alles - und allemal günstiger als das Beheben von Defekten, die man sonst im Anfangsstadium noch gefunden und beseitigt hätte.
 
Dies Liste lässt sich fortsetzen, z.b. zum Thema Zahnfleischentzündungen, freiliegende Zahnhälse, Prophylaxe - allerdings ist es schon spät und ich belasse es für heute bei einem kurzen Gute Nacht. Und Zähneputzen nicht vergessen! Wobei, doch: vergesst es. Dann hab ich später wenigstens was zu tun..

von aeskulap
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Samstag, 12. april 2008
Vermutlich kennt das jeder: Man geht aus dem Haus, und kaum ist man 5 Meter entfernt, beschleichen einen Gedanken a la "hab ich den Herd angelassen?" "ist die Tür auch wirklich abgeschlossen?" "tropft der Wasserhahn vielleicht nach?".  Dass man sich ab und an da nicht ganz sicher ist, ist nichts ungewöhnliches und völlig normal.
Anders ist das jedoch, wenn man sich dies jedesmal fragt. Und jedesmal zurückgeht, um zu kontrollieren, ob man Recht hat - hier trennt sich schon krankhaftes Verhalten vom normalen Habitus.
Geht man nun beispielsweise, obwohl man es schon kontrolliert hat, nochmal zurück, dann ist man eingetreten in jene schöne Welt, die wir als Zwangsneurotik kennen, bekannt vielleicht durch Filme wie Besser gehts nicht oder Serien wie Monk.
Der Ursprung von Zwangshandlungen wie diesen liegt meist in Zwangsgedanken, also eben jenen beispielhaft oben schon geschilderten Vermutungen, die man nicht abschütteln kann, die immer wieder kommen und einen so sehr zu peinigen beginnen, dass man ihnen nachgibt.
Und gerade durch dieses Nachgeben bringt man sich noch mehr in die Bredouille - denn sind die Zwangsgedanken (die durchaus auch andere Themen, z.B. die Frage nach dem Wohl eines nahestehenden Menschen haben können) erst einmal mit entsprechenden Handlungsroutinen verbunden, beginnt der Einfluss auf das wirkliche Leben erst richtig.
Nehmen wir zum Beispiel Zahlenzwänge - Menschen damit müssen bestimmte Handlungen nach bestimmten Zahlen vollziehen, sich z.B. immer 3x die Hände waschen. Oder 3x nachprüfen, ob der Ofen auch wirklich aus ist. Allerdings bleibt es bei diesen auf Zahlen basierten Handlungen normalerweise nicht bei kleinen Zahlen - je nach Affinität zu bestimmten Zahlen (z.B. Primzahlen) wird die Anzahl der Repititionen mit der Zeit größer - die Zwangshandlung nimmt einen immer größeren Raum im Leben ein.
Man könnte nun einwenden, dass man diesem Drang ja nicht Folge leisten muss - dem entgegen steht, dass Patienten einerseits dem Drang kaum widerstehen können, andererseits ein Nicht-ausführen des Ganzen oft zu körperlichen Symptomen führt.
Spätestens dann hat sich die Krankheit verselbständigt - das Ausführen der oft sehr zeitintensiven und komplexen Verhaltensmuster kostet Kraft und Zeit und macht nicht selten zum Außenseiter, das Verweigern der Ausführung resultiert in körperlichem Schmerz. So oder so - man bleibt krank.
Oft treten verschiedene Gedanken und Neurosen zusammen auf, und eine Therapie ist vor allem dann recht aussichtslos, wenn der Patient schon jeglichen Widerstand aufgegeben hat - dem Krankheitsbild dann verhaltenstherapeutisch beizukommen ist schwierig.
Erwähnenswert ist diese Symptomatik vor allem, weil wir alle uns dem raschen, stresserfüllten Leben, das in der heutigen Zeit geradezu an uns vorbeizurauschen scheint, entgegenstellen, indem wir bestimmte Bereiche unseres Lebens mit kleinen Ritualen belegen, sei es das Ausspülen der Zahnbürste oder die Reihenfolge, in der man das Licht im Zimmer löscht - jeder wird zumindest ein kleines Ritual, eine kleine Routine in seinem Leben erkennen, mit der er sich eine Art ruhenden Pol, ein wenig Konstanz im unsicheren heute, wahrt.
Und gerade die Tatsache, dass wir diese kleinen, unbedeutenden Ticks haben und ihnen nachgehen, ist Beweis dafür, dass wir dem oben geschilderten Krankheitsbild leichter zugänglich sind, als wir vielleicht meinen. 
Wenn es soweit ist, haben wir dann hoffentlich genug Kraft und Geistesgegenwart, uns selbst 
dagegen zu wehren. Oder eben genug Geld für einen guten Psychiater.
von aeskulap
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Dienstag, 8. april 2008
"Ach, verdammt, ich krieg das doch eh nicht hin; für sowas bin ich nicht zu gebrauchen, eigentlich bin ich ja für alles unnütz. Man entferne mich aus der Evolution - so gut wie der Rest werde ich nie"
Wem dieser Gedanke nicht fremd ist, den heiße ich herzlich willkommen in der Welt der Minderwertigkeitskomplexe.
Natürlich hat jeder einmal das Gefühl, dass die Welt gegen ihn und überhaupt alle irgendwie besser sind als man selbst, aber sobald sich dieser Eindruck häuft und man die eigene Unvollkommenheit tiefer und vor allem als Belastung zu empfinden beginnt, ist der Weg geebnet in die psychische Störung; und der lässt sich nur allzu leicht vorwärts, aber nur schwer rückwärts gehen.
Ist man einmal gefangen in der eigenen Unzulänglichkeit, folgen oftmals andere Symptome, darunter wie so oft die Depression, die besonders durch den subjektiven Wertverlust der Person selbst gern in suizidgefährdete Stadien ausartet; auffällig ist eine auftretende Beziehungsarmut, denn wer will schon mit einem so minderwertigen Menschen befreundet sein, das Ganze kann sich dann auch in ständige Versagensängste bis hin zur Soziophobie entwickeln.
Natürlich wird auch hier kompensiert, einerseits durch die Flucht in diverse Suchten, andererseits durch das Vortäuschen von Selbstbewusstsein und Selbstschätzung, nach Art einer krankhaften Störung dann natürlich krankhaft gesteigert vor allem als Arroganz deutlich wahrnehmbar.
Wer also wiederholt vom Leben eins auf den Deckel bekommen hat, der sollte aufpassen, ob sich oben genanntes nicht auch bei ihm abspielt; Minderwetigkeit erfahren wir alle einmal, nur schaffen wir es normalerweise, dem Tief zu entrinnen. Reihen sich aber die Tiefs aneinander, nun, dann heißt es aufgepasst, auch für die nahestehenden Menschen - der Kampf mit dem eigenen Dämon endet nicht selten in einem Loch, aus dem nur hilfreiche Hände wieder heraushelfen können; und die gilt es im richtigen Moment zu reichen.
von aeskulap
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Sonntag, 2. märz 2008
So, die Kategorie ist eröffnet, nun gehts ans Eingemachte - heut erstmal ohne Symptome, dafür aber mit einigen Fakten, die das Waschen der Hände betreffen. Ich warne euch schon einmal vor - danach seht ihr eure Mitmenschen vermutlich mit anderen (vor allem skeptischeren) Augen.
Vermutlich pflichtet mir nun die komplette männliche Leserschaft bei, wenn ich nun sage, dass wir alle schon einen bestimmten Typus Mensch erlebt haben - und zwar den, der uns auf Toiletten begegnet und das Händewaschen "vergisst". Aber das sind ja ganz, ganz wenige. Oder vielleicht doch nicht?
Die Statistik verrät uns, dass 30% der Deutschen sich nach Benutzung der Toilette nicht die Hände waschen - obwohl 90% der Befragten gegenteiliges behaupten. Aber das ist ja nur die Spitze des Eisberges.
Wie schauts mit dem Streicheln von Tieren aus? Immerhin tragen die meisten Haustiere (ohne uns damit böses zu wollen, natürlich) kleine Freunde spazieren, zum Beispiel Salmonellen. Oder auch etwas größere Freunde, Flöhe vielleicht, Zecken. Und wir alle wissen, dass junge Tiere, ganz besonders Welpen, vor allem eines im Körper haben: Würmer.
Was verrät uns die Statistik dazu? Satte 50% der Menschen halten es nicht für nötig, sich nach Tierkontakten die Hände zu waschen; erwähnenswert ist das z.B. auch in Verbindung mit Zoonosen, also von Tieren auf Menschen übertragbaren Krankheiten. Derer gibt es gar nicht so wenige..
Was fehlt uns denn nun noch? Ahja, richtig, Niesen und Husten. Wer von uns kennt das nicht? Man ist irgendwo in der Öffentlichkeit, und ein alter Mensch oder ein kleines Kind fangen schlagartig an, zu husten oder zu niesen - ohne sich die Hand vor den Mund zu halten. Und damit sind sie in guter Gesellschaft - gut ein Drittel der Deutschen halten das offenbar für unnötig. Nun könnte man berechnen, wie viele derjenigen, die es doch schaffen, sich danach auch irgendwann die Hände waschen..
Wer sich nun denkt, dass derartige Menschen in seiner Umgebung quasi nicht vorkommen und er auf Toiletten und im Büro sicher sei, den weise ich gern noch auf zwei kleine Fakten hin: Im menschlichen Kot leben etwa 120 verschiedene Viren, einschließlich Hepatitis A. Beim Betätigen der Spülung spritzen Wassertropfen, die mehr als 600.000 Bakterien und 25.000 Viruspartikel enthalten als Aerosol in die Luft; das lässt sich auch durch das Schließen des Deckels nicht vermeiden, da das Aerosol dann beim nächsten Öffnen austritt. Und nun ratet mal, wo sich das Ganze so überall niederschlägt. Und stellt euch eine wichtige Frage, nämlich: Wo steht eure Zahnbürste?
Übrigens findet man auf 60% der Kaffeebecher in Büros coliforme Bakterien. 15% davon sind sogar das Original, Escherichia coli - zu finden sonst nur in unserem Darm. Lecker.
von aeskulap
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Sonntag, 2. märz 2008
Wir kennen es doch alle - im Fernsehen, oder meinetwegen auch im Internet, stößt man zufällig auf Informationen a la "Sind sie ständig müde? Riechen sie streng aus den Ohren? Dann haben sie sicher das Ohrgeruch-Müdigkeits-Syndrom!", und auch wenn sich dann der normale Menschenverstand meldet und uns ein gut gemeintes "Halt! Lies nicht weiter! Hör nicht in dich hinein!" entgegenruft, ignorieren wir das doch und tun das, was uns in die Bredouille bringen wird: Wir suchen. Und zwar nach Symptomen, dass auch wir bald an Beulenpest oder ähnlich grandiosen Krankheiten sterben werden. Und wir werden fündig, denn dieses Pfeifen im linken Ohr kann ja nicht normal sein. Und dieses Rote da am Bauch, das könnte zwar auch einfach nur eine Hautunreinheit sein, aber vielleicht wächst uns ja auch schon die erste Beule, die unseren Untergang besiegeln und uns zu Infektionsbomben mutieren lassen wird. Und haben wir nicht so ein ungutes Gefühl in der Bauchgegend, kein richtiger Schmerz, aber eine Art Druck, der immer gegenwärtiger wird, je mehr wir ihn einzugrenzen versuchen.. Und schon können wir fröhlich "Hallo!" sagen, und zwar zu unserer neuen besten Freundin: der Hypochondrie.
Und um sie zu würdigen haben wir hier nun diese neue Kategorie, in der ich kleine Tips zur Selbstdiagnose geben und ein paar Krankheitsbilder, in die man sich unbedingt einmal professionell hineingefühlt haben sollte, vorstellen werde.
Also, auf gehts, es gibt viel zu lesen - und zu leiden.
von aeskulap
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